PROJEKTVERBUND FORCYCLE II

Der Projektverbund ForCYCLE II für mehr Ressourceneffizienz in der bayerischen Wirtschaft, insbesondere für KMU und Handwerk ist Teil des 7-Punkte-Plans der Bayerischen Staatsregierung vom 31. Juli 2018. Dieser wurde als Maßnahme der aktuellen Umweltpaktvereinbarung zwischen Staatsregierung und der bayerischen Wirtschaft vom StMUV vorbereitet. Der Projektverbund mit insgesamt 11 Projekten ist Mitte 2019 mit einer Laufzeit von drei Jahren gestartet und wird mit einer Summe in Höhe von ca. drei Mio. Euro durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz finanziert. Mit dem neuen Projektverbund sollen innovative Technologien und Verfahren zum effizienten Ressourceneinsatz und zum Recycling entwickelt werden, um so die Ressourceneffizienz in der bayerischen Wirtschaft weiter zu steigern. Der Projektverbund soll einen nachhaltigen Ressourceneinsatz, insbesondere bei KMU und Handwerk, praxisnah und anwendungsorientiert fördern.

TEILPROJEKT 5

Steigerung der Ressourceneffizienz in KMU und Handwerk durch ein digitales Benchmarksystem für Abfallvermeidungs- und Abfallverwertungs­potentiale

Hintergrund

Globale, nationale sowie regionale Nachhaltigkeits- und Umweltschutzprogramme betonen die Wichtigkeit eines schonenden Umgangs mit natürlichen Ressourcen für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Die rund 600.000 kleinen und mittleren Unternehmen in Bayern bergen sehr viel Potential im Hinblick auf die Steigerung der Ressourceneffizienz. Derzeit können KMU und Handwerk nur mit Hilfe von Leitfäden ihre Abfallverwertungs- oder Abfallvermeidungsmöglichkeiten grob einschätzen, jedoch fehlt ein Tool/eine Datenbank, um das Abfallaufkommen konkret in kg/Bezugseinheit zu Analysieren und so Potentiale zu identifizieren.

Aufgabenstellung

Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens sollen Kennzahlen und Zusammenhänge für verschiedene Branchen im Kontext von KMU und Handwerk entwickelt werden. Diese Kennzahlen sollen einen branchenspezifischen Vergleich gewährleisten. Ebenso soll aufgezeigt werden, wie der zeitliche und finanzielle Aufwand für KMU und Handwerk zur Steigerung der Ressourceneffizienz minimiert werden kann. Aus den Analysen sollen neben branchenspezifischen Kennzahlen auch Datenbanken zur Unterstützung der Unternehmen bei der Steigerung der Ressourceneffizienz erstellt werden.

Lösungsansatz

Zunächst werden die Branchen systematisch analysiert und geeignete Unternehmen als Kooperationspartner akquiriert. Erfasst werden Abfalldaten (Abfallströme) und produktionsbedingte Bezugsgrößen aus drei Geschäftsjahren. Aus der Datenanalyse, die mit Hilfe eines Benchmarktools stattfindet, ergeben sich dann die Abfallvermeidungs- und Abfallverwertungspotentiale sowie die branchenspezifischen Kennzahlen.

Ergebnisverwertung­ & Umsetzung

Von den gewonnenen Ergebnissen sollen möglichst viele Unternehmen aus KMU und Handwerk ihre Ressourceneffizienz mit wenig zeitlichem und finanziellem Aufwand steigern. Die in diesem Projekt entwickelte Methodik soll durch die Industrie- und Handelskammer, sowie durch die Handwerkskammer möglichst weit verbreitet werden.

Beitrag zur Ressourcen­effizienz

In Bayern soll durch dieses Projekt die Kreislaufwirtschaft sowie die Nutzung von Sekundärrohstoffen gefördert werden. Entsorgungskosten können durch die Vermeidung und Verwertung von Abfällen gesenkt werden. Laut Umweltbundesamt liegt das geschätzte Verwertungspotential gewerblicher Abfälle in Deutschland bei rund 50 %. Ein ähnliches Potential ist auch in Bayern zu erwarten.

Nutzen für die bayerische Wirtschaft

Durch die Reduzierung des Einsatzes von Primärrohstoffen kann die Versorgungssicherheit erhöht werden und die Wirtschaftskraft gestärkt werden. Zudem können, durch die Verringung des Ressourceneinkaufs, Kosten im Einkauf und gleichzeitig nachträgliche Entsorgungskosten gespart werden.

 

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